Die lustigsten Momente im Fußball

Neunzig Minuten lang mitfiebern, mitzittern – und lachen? Die Sportart Fußball regiert die Welt, aber wir Fans freuen uns außer über tolle sportliche Duelle auch über die köstlichen Augenblicke, wenn die Spieler ungewollt zu Narren werden. Manche Kicker haben sogar ihren Ruhm zum Teil ihren Eskapaden auf dem Spielfeld zuzuschreiben. Das Ergebnis: Die Fans warten voller Spannung, wie sich die Spiele entwickeln, und bei den Sportwetten online werden außer auf die Partien auch auf skurrile Seitenereignisse gesetzt.

Unvergessen ist in der Hinsicht der kolumbianische Torhüter Rene Higuita. Der nur 1,74 Meter große Keeper, der in seiner Heimat den Spitznamen „El Loco“ („der Verrückte“) verliehen bekam, wurde von vielen Leuten als Clown abgetan, der sich nicht entscheiden konnte, ob er im Tor stehen oder als Feldspieler mitmischen wollte. „Kaiser“ Franz Beckenbauer lobte den Verrückten als intelligenten Libero, der als Torhüter in 68 Länderspielen selbst drei Tore schoss. Die Fans warteten aber nicht nur auf den Moment, an dem Higuita aufs Spielfeld stürmte, um kräftig mitzumischen, sondern vor allem auf seinen legendären „Skorpion-Trick“. Statt wie die meisten Keeper einen Fernschuss mit den Händen abzufangen, ließ sich „El Loco“ nach vorne fallen, um den Ball auf der Torlinie mit beiden Hacken zu parieren. Seine Schwäche dafür, den Torraum zu verlassen, kostete Kolumbien in der Verlängerung allerdings das Achtelfinale der WM 1990 gegen Kamerun. Dabei hatte Ex-Bundesligatrainer Max Merkel sogar vorgeschlagen, den Verrückten am Torpfosten anzubinden. Ein lustiges Schauspiel hätte er sicherlich auch dann geboten.

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Oder wie wäre es mit dem Finale der Champions League von 2008? Bis in die Verlängerung ging die Begegnung zwischen dem FC Chelsea und Manchester United. Chelsea-Kicker John Terry setzte an, den Titel für sein Team zu sichern – und rutschte von den Augen von Zigtausenden von Fans auf dem Rasen aus. Sein komischer Bodengang sicherte Manchester United den Sieg.

Für den bis dato wenig bekannten Cottbus-Torkeeper Tomislav Piplica genügte 2002 ein kurioser Augenblick, um zur Legende zu werden. Allerdings hatte er sich das wohl kaum durch das berühmteste Keeper-Eigentor der Bundesligageschichte erhofft. Im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach schoss Marcel Witeczek eine eigentlich ungefährliche Bogenlampe in Richtung Tor. Piplica visierte den Ball an, der sich wieder senkte und ging in die Hocke, um von dem Ball am Hinterkopf getroffen zu werden. Als der Torwart Sekundenbruchteile später nach hinten umfiel, traf er den Ball und versenkte ihn im Netz.

Unvergesslich anzusehen, aber für das Opfer sehr schmerzhaft waren die Attacken von Uruguays Starstürmer Luis Suarez. Seine Angewohnheit, seine Zähne in das Fleisch seines Gegenspielers zu versenken, führte für ihn bei der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 zu einer neun Spiele lang geltenden Sperre und zu einer Geldstrafe. Suarez hatte im Vorrundenspiel gegen Italien seinen Kontrahenten Giorgio Chiellini in die Schulter gebissen, was ihm anhand der TV-Bilder nachgewiesen wurde. Dabei galt er als Wiederholungstäter. Beißattacken hatte sich Suarez, der daraufhin als „Kannibale“ bekannt wurde, bereits 2010 bei Ajax Amsterdam und 2013 beim FC Liverpool geleistet. Diese üble Angewohnheit führte zu einer der skurrilsten Nebenwetten in der Fußball-Geschichte. Bei der Europameisterschaft 2016 gab es eine Quote von 95:1, falls es bei einer der Partien zu einem Biss auf dem Spielfeld kam.

Auch auf Flitzer auf dem Spielfeld wurde während der Europameisterschaft gewettet. Eine Quote von 4:1 war reichlich Beweis, wie stark die Zuschauer mit einem derartigen Zwischenfall rechneten.

Von kaum bekleideten Flitzern bis zu ungeplanten Grätschen, Zusammenstößen, die für beide Spieler auf dem Hinterteil enden, und komödienreifen Eigentoren reichen die Momente im Fußball, die den Zuschauern auf ewig im Gedächtnis bleiben und den Ausgang der gesamten Partie entscheiden können. Wer weiß, wie weit es Kolumbien in der Weltmeisterschaft in Italien gebracht hätte, wenn „El Loco“ im Torraum geblieben wäre?

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Aber auch andere Augenblicke sind in die Sportgeschichte eingegangen, weil sie selbst beim zehnten Angucken auf YouTube oder anderen Plattformen nichts von ihrem emotionalen Gewicht verloren haben. Oliver Bierhoff, der 1996 in der Verlängerung im EM-Finale gegen Tschechien das entscheidende Tor schoss, ging nicht nur durch das erste Golden Goal bei einem großen internationalen Turnier in die Sportgeschichte ein, sondern auch durch seinen schieren Jubel und das sich das Trikot vom Leibe reißen.

Und wer kann die Europameisterschaft 1992 vergessen, in der Dänemark anstelle der im Bürgerkrieg steckenden Jugoslawen antreten durfte? Die dänische Mannschaft, die überwiegend aus Amateuren bestand, verzichtete dafür auf den Sommerurlaub. Als Opfer werden sie es wohl kaum empfunden haben. Das gesamte Land fieberte mit, als die international kaum bekannten Skandinavier eine hoch eingestufte Mannschaft nach der anderen besiegten. Im Finale trafen sie schließlich auf den hochfavorisierten amtierenden Weltmeister Deutschland. Doch selbst die schwarz-rot-goldenen Kicker hatten keine Chance gegen den Nachbarn. Mit 2:0 wurde Underdog Dänemark Europameister.

Wie schmerzhaft eine Niederlage ist, drückte der Münchner Sammy Kuffours ohne Worte beim Champions-League-Finale 1999 aus, als Manchester United in der Nachspielzeit mit zwei Treffern den Titel für sich entschied. Der Münchner Verteidiger kniete sich hin und schlug mit den Fäusten auf den Boden ein. Diese Mischung aus lustigen Momenten wie dem „Skorpion-Trick“ oder den Ausrutschern sowie den traurigen Augenblicken halten den Fußball selbst bei als von vornherein entschiedenen Spielen spannend. Eine Bewegung oder Fehlentscheidung, und die Tragödie wird zur Komödie – oder umgekehrt.